Diese Webseite verwendet Google Analytics zur Erfassung von Statistik-Daten in anonymisierter Form. Ein Personenbezug kann nicht hergestellt werden. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Zustimmen Ablehnen

Das Wünschen aufgeben

"Die Wünsche sind das Problem! Ein Mensch leidet nur, weil er Wünsche hat. Also: Gib Deine Wünsche auf und Du bis glücklich."

Mein tiefstes Mitgefühl für alle, die je auf so etwas hereingefallen sind.

Ich nenne Schlussfolgerungen dieser Art Das Kind mit dem Bade ausschütten.

Klar ist: Wünsche zu haben, die man für nicht erfüllbar hält, führt zu Leiden.

Da scheint die Schlussfolgerung nahe zu liegen, die Wünsche einfach aufzugeben.

Aber ebenso klar ist, dass es noch eine Lösung gibt: Zu lernen, wie sich Wünsche erfüllen lassen.

Es gibt in den Weisheitslehren den Begriff der Vasanas. Die Vasanas sind das, was an einem Menschen ständig zerrt und zieht. Was ihn ununterbrochen aus dem Moment der Gegenwart heraustreibt.

Für die Vasanas gibt es zwei Kategorien von Ursachen:

1. ungelöste Probleme

2. unerfüllte Wünsche

Viele Weisheitslehren kennen nur den einen Strang der Entwicklung:

Das Handeln einstellen, wo man aus dem Irrtum heraus handelt, man müsste etwas tun.

Wenn man nur dem einen Entwicklungsstrang folgt, dann wird man auch nur die eine Hälfte der Vasanas los: Nämlich die durch die Probleme verursachten. Die durch unerfüllte Wünsche verursachten Vasanas wird man so nicht los. Also wird geschlussfolgert "Die Wünsche müssen weg"

Dieser Entwicklungsstrang ist eng verbunden mit Meditation.

Es ist dies im übrigen eine falsch verstandene Meditation. Denn sie tötet nicht nur die Vasanas, sondern auch die spontanen Handlungsimpulse. Das sind aber 2 ganz verschiedene Dinge, die man mit der Zeit unterscheiden lernt. Vasanas sind, was einen Menschen zum Handeln treibt. Spontane Handlungsimpulse sind ein freudig von innen gewolltes Handeln.

Aber was eben die meisten Weisheitslehren nicht kennen, ist der zweite Entwicklungsstrang:

Das Handeln entsprechend Willen und Wünschen dort beginnen, wo es durch einschränkende Ideen unterbrochen wurde. Der Schlüssel dazu ist das, was ich das Handeln der 3. Art nenne

Die einseitige Sichtweise, nur das Handeln einzustellen, ist eng verbunden mit der irrtümlichen Abwertung des Egos. Sie führt dazu, dass zwar die falschen Aktivitäten des Egos eingestellt werden, dass aber nicht mit dem begonnen wird, was die eigentlichen Aufgaben des Egos wären.

nächstes Kapitel: Materielles (Irrtümer und Irrwege)