Positiver und negativer Antrieb

Während man im Allgemeinen gewöhnt ist, beim Handeln nach vorn auf ein Ziel zu schauen, ist aber die eigentlich den Erfolg eines Vorhabens bestimmende Größe der Antrieb und Auslöser eines Handelns bzw. die Idee, welche das Handeln ganz unmittelbar in seinem Entstehen beeinflusst.

Der Idealfall sieht ungefähr so aus:

Das Ziel ist zum Beispiel, sich selbstständig zu machen. Dann sieht man die Möglichkeit dazu und denkt "Das geht ja ganz einfach" und legt sofort los.

Der Auslöser ist "Es ist einfach", "Es ist möglich"

Ich nenne das einen positiven Antrieb.

Denkt man hingegen "Das wird mir wohl kaum gelingen", "Oh, oh, das wird schwierig" oder "Vermutlich werde ich es wie meistens nicht schaffen" und dann beginnt man sich ganz besonders anzustrengen, damit es vielleicht doch noch etwas wird, dann ist das ein negativer Antrieb.

Positiver Antrieb unterstützt das Gelingen des Vorhabens, negativer Antrieb wirkt dem entgegen.

Es gibt das bekannte Phänomen, dass man sich um etwas bemüht und bemüht und es klappt einfach nicht. Dann gibt man es auf und bums gibt es doch noch einen Erfolg nachträglich.

Das liegt genau am negativen Antrieb.

Es ist ein sehr verbreitetes Phänomen, aus negativem Antrieb heraus zu handeln, weil man denkt, die Ziel-Idee sei für den Erfolg eines Handelns allein ausschlaggebend. Und das ist sie aber nicht, sondern Auslöser und Antrieb des Handelns sind entscheidend (dass man das Ziel überhaupt kennt, mal vorausgesetzt).

Bedeutet das nun, dass man sich nur selbstständig machen kann, wenn man freudig denkt, "Das ist einfach"?

Nein, das bedeutet es glücklicherweise nicht.

Wir haben ja das Handeln von der Situation entkoppelt. Welche Ideen und Gefühle da sind und an uns herumzerren ist ganz egal. Entscheidend ist, worauf tatsächlich reagiert wird - von welchen Wahrnehmungen und Ideen man sich tatsächlich antreiben, leiten und bestimmen lässt.

Dass es zerrt und zieht und treibt, das kann man nicht direkt ändern und es wäre auch weder nötig noch sinnvoll. Aber man kann aufhören, sein Handeln davon bestimmen zu lassen.

Ich nenne das, einen negativen Antrieb durchlaufen lassen.

Es ist immer wieder das gleiche Prinzip: In dem Moment, in dem man nicht mehr auf einen negativen Antrieb reagiert, verstärkt er sich - er kommt richtig hoch. Und diesem Gefühl öffnet man sich dann.

Ein Handeln kann allein von einem positiven oder allein von einem negativen Antrieb bestimmt sein - viel häufiger ist aber, dass sich verschiedene Antriebe mischen.

Beispiel:

Man baut sich eine neue Existenz in seinem Traumberuf auf, während man aber zunächst weiter ...

Den vollständigen Text finden Sie im Buch
nächstes Kapitel: Möglichkeiten (Handeln)
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