Depression

Depression basiert auf Ohnmacht. Sie ist die Folge der Annahme, unangenehmen Lebensumständen hilflos ausgeliefert zu sein und nicht erreichen zu können, was man gerne erreichen würde.

In der Depression wurden das Handeln und weitere Versuche etwas zu erreichen weitgehend eingestellt.

Ein Mensch, der in einer Depression festhängt, hat im Allgemeinen nicht nur das unangenehme Gefühl am Hals, sondern darüber hinaus auch noch die Annahme, dass die hinter der Depression stehenden Ideen der Wahrheit bzw. der Realität entsprechen.

Das muss man sich mal vorstellen: Man hat das Gefühl keine Chance zu haben, irgendetwas an seinem Leben zum Positiven ändern zu können und darüber hinaus scheint das auch noch wahr zu sein!

Wahrlich keine sehr angenehme Situation.

Deshalb ist Depression auch meistens blockiert. Die volle Konfrontation mit dem Gefühl wird nicht zugelassen. Würde sie das, würden sich natürlich wie bei jedem anderen Gefühl auch die Lösungen zu zeigen beginnen.

Die volle Konfrontation mit einer Depression ist die volle Konfrontation mit der Ohnmacht:

"Es ist nicht möglich, mein Leben zum Positiven zu verändern und Erfüllung zu erlangen."

Das ist für ein unbegrenztes geistiges Wesen, wie es der Mensch darstellt, ein absolut inakzeptabler Gedanke.

Eine Konfrontation mit der Depression ist deshalb praktisch nur möglich, wenn man in irgendeinem Winkel seines Gehirns mal dem Gedanken eine kleine Ecke einzuräumen beginnt, dass das vielleicht gar nicht stimmt, dass man sein Leben nicht ändern kann:

Es fühlt sich zwar sehr überzeugend so an, aber es stimmt nicht.

Das Zentrum einer Depression ist eine Situation, die vollkommen ausweglos erscheint - erscheint, nicht ist! Und dennoch liegt genau dort die Lösung.

Wir hatten schon an verschiedenen Stellen über die zentralen Ideen im Gefüge einer Weltsicht bzw. eines Glaubenssystems gesprochen, auf denen sich das ganze Ideen-Gerüst aufbaut.

Die Frage von Macht oder Ohnmacht ist eine weitere solche Grundfrage:

Habe ich Macht über mein Leben bzw. über meine Erfahrung oder bin ich meinen Lebensumständen hilflos ausgeliefert?

Kurzer Einschub zum Thema Macht: Der Begriff der "Macht" ist sehr negativ besetzt, weil er meistens mit Macht über andere gleichgesetzt wird. Macht über andere ist aber Ohnmacht. Die dunkle Seite der Macht ist Ohnmacht. Man setzt für das Erreichen seiner Ziele Mittel ein, die zum Wohl des Ganzen in einem klaren Widerspruch stehen und man weiß das. Die Ursache ist, dass man seine Ziele anders nicht für erreichbar hält. Und das ist Ohnmacht.

Gut, aber was kann man tun?

Die Lösung war schon ausführlich Thema dieses Buches. Ich empfehle eine Doppelstrategie (und ich weiß, dass sie funktioniert, weil ich meine eigene Depression auf genau diese Weise überwunden habe):

  1. Die Blockaden gegen die depressiven Gefühle schrittweise auflösen. Das erfordert gleichzeitig, mal ganz ernsthaft den Gedanken zu prüfen, dass das Leben vielleicht doch mehr Möglichkeiten bieten könnte, als es gegenwärtig scheint. Das heißt, sich mit der Frage von Macht und Ohnmacht auseinanderzusetzen.
  2. Für die eigenen Wünsche und Ziele wieder zu handeln beginnen und zwar so, wie es im Kapitel "Das Handeln der 3. Art" beschrieben wurde. Das heißt, man beginnt etwas für die Verwirklichung der eigenen Träume zu tun und öffnet sich gleichzeitig den Gefühlen, welche durch das Handeln auf den Plan gerufen werden.

Man muss hier folgendes verstehen:

In einer Depression ist man zwischen zwei verschiedenen Gefühlen eingeklemmt ...

Den vollständigen Text finden Sie im Buch
nächstes Kapitel: Angst (Themen)
Bitte unterstützen Sie das Projekt, wenn Sie von diesen Informationen profitieren konnten: