Diese Webseite verwendet Google Analytics zur Erfassung von Statistik-Daten in anonymisierter Form. Ein Personenbezug kann nicht hergestellt werden. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Zustimmen Ablehnen

Depression

Depression basiert auf Ohnmacht. Sie ist die Folge der Annahme, unangenehmen Lebensumständen hilflos ausgeliefert zu sein und nicht erreichen zu können, was man gerne erreichen würde.

In der Depression wurden das Handeln und weitere Versuche etwas zu erreichen weitgehend eingestellt.

Ein Mensch, der in einer Depression festhängt, hat im Allgemeinen nicht nur das unangenehme Gefühl am Hals, sondern darüber hinaus auch noch die Annahme, dass die hinter der Depression stehenden Ideen der Wahrheit bzw. der Realität entsprechen.

Das muss man sich mal vorstellen: Man hat das Gefühl keine Chance zu haben, irgendetwas an seinem Leben zum Positiven ändern zu können und darüber hinaus scheint das auch noch wahr zu sein!

Wahrlich keine sehr angenehme Situation.

Deshalb ist Depression auch meistens blockiert. Die volle Konfrontation mit dem Gefühl wird nicht zugelassen. Würde sie das, würden sich natürlich wie bei jedem anderen Gefühl auch die Lösungen zu zeigen beginnen.

Die volle Konfrontation mit einer Depression ist die volle Konfrontation mit der Ohnmacht:

"Es ist nicht möglich, mein Leben zum Positiven zu verändern und Erfüllung zu erlangen."

Das ist für ein unbegrenztes geistiges Wesen, wie es der Mensch darstellt, ein absolut inakzeptabler Gedanke.

Eine Konfrontation mit der Depression ist deshalb praktisch nur möglich, wenn man in irgendeinem Winkel seines Gehirns mal dem Gedanken eine kleine Ecke einzuräumen beginnt, dass das vielleicht gar nicht stimmt, dass man sein Leben nicht ändern kann:

Es fühlt sich zwar sehr überzeugend so an, aber es stimmt nicht.

Das Zentrum einer Depression ist eine Situation, die vollkommen ausweglos erscheint - erscheint, nicht ist! Und dennoch liegt genau dort die Lösung.

Wir hatten schon an verschiedenen Stellen über die zentralen Ideen im Gefüge einer Weltsicht bzw. eines Glaubenssystems gesprochen, auf denen sich das ganze Ideen-Gerüst aufbaut.

Die Frage von Macht oder Ohnmacht ist eine weitere solche Grundfrage:

Habe ich Macht über mein Leben bzw. über meine Erfahrung oder bin ich meinen Lebensumständen hilflos ausgeliefert?

Kurzer Einschub zum Thema Macht: Der Begriff der "Macht" ist sehr negativ besetzt, weil er meistens mit Macht über andere gleichgesetzt wird. Macht über andere ist aber Ohnmacht. Die dunkle Seite der Macht ist Ohnmacht. Man setzt für das Erreichen seiner Ziele Mittel ein, die zum Wohl des Ganzen in einem klaren Widerspruch stehen und man weiß das. Die Ursache ist, dass man seine Ziele anders nicht für erreichbar hält. Und das ist Ohnmacht.

Gut, aber was kann man tun?

Die Lösung war schon ausführlich Thema dieses Buches. Ich empfehle eine Doppelstrategie (und ich weiß, dass sie funktioniert, weil ich meine eigene Depression auf genau diese Weise überwunden habe):

  1. Die Blockaden gegen die depressiven Gefühle schrittweise auflösen. Das erfordert gleichzeitig, mal ganz ernsthaft den Gedanken zu prüfen, dass das Leben vielleicht doch mehr Möglichkeiten bieten könnte, als es gegenwärtig scheint. Das heißt, sich mit der Frage von Macht und Ohnmacht auseinanderzusetzen.
  2. Für die eigenen Wünsche und Ziele wieder zu handeln beginnen und zwar so, wie es im Kapitel "Das Handeln der 3. Art" beschrieben wurde. Das heißt, man beginnt etwas für die Verwirklichung der eigenen Träume zu tun und öffnet sich gleichzeitig den Gefühlen, welche durch das Handeln auf den Plan gerufen werden.

Man muss hier folgendes verstehen:

In einer Depression ist man zwischen zwei verschiedenen Gefühlen eingeklemmt, die alle beide nicht angenehm sind:

Die Depressionsgefühle sind die Gefühle, die den Menschen zum Handeln bewegen wollen. Sie werden sich solange immer weiter verstärken, wie man nicht zu handeln beginnt. Das ist die Krise. Die Krise wird sich solange weiter zuspitzen, wie man nichts tut.

Die Gefühle auf der anderen Seite haben bisher das Handeln verhindert. Diesen Gefühlen stellt man sich nun, indem man zu handeln beginnt. Hier steckt irgendein individueller Grund dahinter. Es könnte zum Beispiel die Annahme sein "Was ich tue ist nichts wert." Diesen Gefühlen begegnet man auf dem Weg aus der Krise heraus.

Indem man zu handeln beginnt, leitet sich die Transformationsphase ein. Man wird der Begrenzung (im Beispiel "Was ich tue ist nichts wert.") möglicherweise noch eine ganze Weile begegnen. Es geht jetzt darum, konsequent weiterzuhandeln - egal welchen Gefühlen und Begrenzungen man dabei begegnet.

Man sieht am Beispiel von Depression, wie die Ideen verschiedener Ebenen auf sehr interessante Weise miteinander erknüpft sind. Das Gefüge unseres Glaubenssystems ist ein höchst subtiles Gesamtgefüge. Änderungen an einer Stelle haben immer Rückwirkungen auf das Ganze.

Die Depressionsgefühle selbst sind verknüpft mit der Ohnmacht: "Ich kann nichts tun." Sie verstärken sich so lange man nichts tut immer weiter.

Warum?

Indem man nichts tut, reagiert man auf die Idee "Ich kann nichts tun." Man reagiert, denn man weicht vom natürlichen Verhalten ab, das darin bestehen würde, seinen Wünschen und seinem Willen zu folgen.

Da man auf die Idee reagiert, verstärken sich die Gefühle immer weiter.

Auf der anderen Seite warten die Gefühle, die mit der Idee verknüpft sind, welche den Grund dafür darstellt, dass man nichts tut. Zum Beispiel "Was ich tue ist nichts wert."

Indem man sich diesen Gefühlen stellt, hört man einerseits auf, auf die Ohnmacht zu reagieren, gleichzeitig gelangt man in die Lösungsebene - die 3. beteiligte Ideenebene.

Denn indem man sich den Gefühlen der Idee "Was ich tue ist nichts wert" stellt, findet man heraus, dass das gar nicht stimmt, sondern dass die Schwierigkeiten, auf die man gestoßen ist, einen ganz konkreten Grund haben, der sich aber auflösen lässt. Vielleicht waren zum Beispiel einfach nur falsche Vorstellungen über den Weg zum Ziel das Hindernis und nun beginnt man aber die Lösungen zu sehen.

Die Annahme "Ich kann nichts tun" hat verhindert, dass man sich mit der Idee "Was ich tue ist nichts wert" auseinandergesetzt hat. Und das wiederum führte dazu, dass die Lösung nicht hochkommen konnte.

Bei diesen Schwierigkeiten, denen man auf dem Weg zu den eigenen Träumen und Visionen begegnen kann, stellt sich unweigerlich die Frage "Warum? Was soll das? Warum muss es so schwer sein?"

Man erfährt die Antwort, indem man sich diesen Aufgaben stellt und die Hürden überwindet: Was man gewinnt ist unschätzbar wertvoll:

Es stellt sich eine Ahnung ein, von den eigenen unendlichen Möglichkeiten und man lernt vor allem, wie man sie einsetzt - für jede beliebige Aufgabe und in jeder Situation. Und das ist schon ein bisschen so, als hätte man den heiligen Gral (die Macht alles erreichen zu können, was man erreichen will), den Stein der Weisen (die innere unerschöpfliche Quelle des Wissens) und den Goldesel (äußerer Reichtum als Zeichen inneren Reichtums) gleichzeitig gefunden.

nächstes Kapitel: Angst (Themen)