Aufmerksamkeit

Das Handeln ist eines der anspruchvollsten Themen, die es überhaupt gibt.

Das hängt damit zusammen, dass beim Handeln - wenn es richtig laufen soll - innere und äußere Teile der Persönlichkeit auf eine höchst komplexe Weise zusammenspielen müssen.

Es war schon erwähnt worden, dass sich die menschliche Psyche in 2 wesentliche Teile untergliedern lässt:

Das ist immer die gleiche begriffliche Unterteilung in den verschiedenen geistigen Systemen.

Eines der Hauptprobleme einer materiellen Weltsicht ist die Unkenntnis des äußeren Selbst über die Existenz und die Möglichkeiten des inneren Selbst: Das Ego weiß nicht von der Seele oder nur theoretisch und nicht praktisch.

Das innere Selbst hat nicht nur sehr weitreichende Möglichkeiten (unter anderem die Lizenz zur (Um)Formung materieller Gegebenheiten), sondern auch sehr umfangreiche Aufgaben.

Denen kann es aber nur nachkommen, wenn das äußere Selbst korrekte Daten übermittelt (Erfahrung zulassen) und das Wirken des inneren Selbst nicht blockiert.

Da das äußere Selbst aber vom inneren Selbst nichts weiß, tut es genau das: Es halst sich die Aufgaben des inneren Selbst selber auf und wundert sich dann, dass es vollkommen damit überfordert ist.

Das ist nicht, Schuld und Schwäche des Egos (oder gar des Verstandes), wie in vielen geistigen Systemen irrtümlich angenommen, sondern es ist einzig und allein eine Folge einer Weltsicht, die nicht sehr viel mit der wahren Natur der Realität zu tun hat.

Ändert man die Weltsicht, kriegt man das Staunen, was aus dem viel geschmähten Ego so alles rauszuholen ist.

Aber zurück zum Thema:

Beim Handeln kommt es vor allem auf das richtige Zusammenspiel zwischen innerem und äußerem Selbst an.

Eine bevorzugte Variante des sich allein wähnenden Egos ist das sture Abarbeiten:

Es existiert im Vorhinein eine Vorstellung wie ein bestimmtes Handeln ablaufen müsse und die wird einfach durchgezogen. Da kommt das innere Selbst nicht zum Zuge.

Kennzeichnend für diese Art des Handelns ist eine gewisse innere Leere. Man hat das Gefühl, da passiert nicht wirklich etwas von irgendeiner Bedeutung und irgendeinem Nutzen.

Das ist die Art des Handelns, an die man üblicherweise zuerst denkt, wenn von Handeln die Rede ist. Deshalb erwähne ich das. Es ist aber nicht die Art von Handeln, die wir hier brauchen.

Gegenstand dieser Ausführung ist das Ansinnen, einen bestimmten Bereich des Handelns schrittweise wieder zu erschließen, der lange Zeit gemieden wurde, weil man mehrmals damit gescheitert ist oder weil es immer so unangenehme Gefühle auf den Plan ruft.

Stellen wir uns dazu am besten eine kreativ-schöpferische Tätigkeit vor wie das Spielen eines Instruments oder das Schreiben eines Buches oder was auch immer ein Mensch eigentlich gerne tun würde, wenn da nicht diese vielen Hindernisse wären.

Sehr wahrscheinlich ist es eine Tätigkeit, welche die tatkräftige Mitwirkung des inneren Selbst dringend nötig hat.

Was genau kann man also tun, wenn man in ein bestimmtes Handeln gehen möchte, welches eigentlich spontan und mit Freude von innen angetrieben sein müsste und von innen kommt aber gar nichts?

Man kann dem seine Aufmerksamkeit schenken bzw. die Aufmerksamkeit dahin ausrichten.

Das bedeutet, sich an den Handlungsansatz zu begeben - dorthin wo normalerweise ein freudiges, begeistertes, spontanes Handeln einsetzen würde und wo jetzt aber nichts geschieht, weil wir es eben mit einer Begrenzung zu tun haben, die sich erst einmal auflösen muss.

Man begibt sich also in genau die Situation: setzt sich an den Schreibtisch vor den Computer oder packt sein Instrument aus und stimmt es und ...

... setzt an!

Ja man setzt an, aber das heißt nicht, jetzt ein stures Handeln durchzuziehen.

Der Normalfall ohne Begrenzungen und sonstige Störungen ist der:

Man tut eine Sache einfach ohne sich weitere Gedanken darüber zu machen und genau in dem Moment, an dem das innere Selbst mit seiner Kreativität, seiner Kraft und Begeisterung gebraucht wird, ist es einfach da.

Das ist der ganz normale selbstverständliche Fall. Dahin wollen wir zurückkommen.

Es braucht keine besonderen Methoden und keines besonderen Wissens, um die Ressourcen des inneren Selbst anzuzapfen. Es ist vollkommen selbstverständlich und mühelos immer dann da, wenn es gebraucht wird.

In dem Fall, über den wir gerade sprechen ist es aber doch nicht da, weil sich eine Begrenzung herausgebildet hat, die es blockiert.

Also gehen wir genau an den Punkt, in dem die Mitarbeit des inneren Selbst normalerweise einsetzen würde und stellen uns der ganzen emotionalen Situation wie sie dabei hochkommt.

Es braucht dies ein bisschen ausprobieren und experimentieren. Nehmen wir als Beispiel einen Buchautor mit einer Schreibblockade:

Da wo das innere Selbst normalerweise munter wunderschöne Texte in die Hände ...

Den vollständigen Text finden Sie im Buch
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