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In der Vergangenheit nach Ursachen für gegenwärtige Probleme graben

Manche Menschen suchen die Ursachen für Probleme, die sie in der Gegenwart haben, in der Vergangenheit - zum Beispiel in irgendwelche Erlebnissen der Kindheit.

Und dann werden komplizierteste psychologische Methoden oder Visualisierungstechniken eingesetzt, um an diese Informationen heranzukommen.

Die Auflösung ist aber absolut immer in der Gegenwart möglich. Weder muss man geistig in seine Vergangenheit reisen, um die Ursachen zu finden, noch liegen die Ursachen in der Vergangenheit. Die Ursache liegt in bestimmten Ideen, an denen man JETZT in genau diesem Moment festhält und die man genau JETZT in diesem Moment einer Überprüfung unterziehen kann. Die Gefühle entstehen JETZT, weil JETZT an eine bestimmte Idee geglaubt wird.

Es gibt einen Zusammenhang zur Vergangenheit und der geht so: Irgendwann im Leben gab es einen Moment als die Idee in das eigene Leben eintrat und man sich entschieden hat, sie für wahr zu halten. Diese Situation kann im Rahmen der Erkenntnis mit im Bewusstsein auftauchen. Sie ist aber nicht wichtig.

Dazu ein Beispiel:

Lange Zeit hat es mich beim Tanzen ziemlich blockiert, dass ich immer dachte, ich bewege mich irgendwie linkisch und es würde lächerlich aussehen, wie ich mich bewege. Und das hängt eben einfach mit meiner Größe und meinem Körper zusammen. Jedes Mal wenn dieser Gedanke in meinem Bewusstsein auftaucht, kann ich mich fast gar nicht mehr bewegen und es wird völlig hölzern und verkrampft.

Man beachte, dass ich in der Gegenwart an dieser Idee festhalte und in der Gegenwart bestimmte Gefühle und Situationen dadurch entstehen. Und genau in der Gegenwart ist es auch lösbar. Als ich aber diese Idee klarer zu sehen begann, tauchte auch die Situation aus der Kindheit in meinem Bewusstsein auf, bei der ich mich entschlossen hatte, diese Idee in meinem Glaubenssystem für wahr zu halten:

Ich hatte mit einem anderen Kind Softball gespielt, so eine Art Federball mit einem Schaumgummi-Ball. Dabei waren wir vollkommen ausgelassen und wie verrückt über die Wiese gesprungen, hatten uns verrenkt und jede Menge Spaß gehabt. Kurz darauf traf ich einen mehrere Jahre älteren Jungen, mit dem ich im Rahmen meiner musikalischen Aktivitäten Kontakt hatte, den ich sehr bewunderte und auf dessen Bekanntschaft ich sehr stolz war. Er hatte unser Spiel beobachtet und machte eine abfällige Bemerkung über mein Herumgespringe. Da traf es mich innerlich wie eine emotionale Keule und dieses eigentlich harmlose Ereignis traf auf die Grundidee, das mit mir eben einiges nicht so in Ordnung ist. Und von diesem Zeitpunkt an konnte ich mich nicht mehr wirklich frei bewegen.

Das zu wissen ist vielleicht ganz interessant. Es ist aber nicht nötig, um die Einschränkung abzulegen. Denn die Einschränkung und die Emotionen werden in der Gegenwart aufrechterhalten. Es ist nicht so, dass unsere Vergangenheit unsere Gegenwart einschränken würde. Natürlich werden auch die damit verbundenen Gefühle seit damals blockiert - sonst hätte es sich ja schon längst aufgelöst. Aber sie werden immer wieder in der Gegenwart blockiert und man kann in der Gegenwart damit aufhören.

nächstes Kapitel: Negativität I (Irrtümer und Irrwege)