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Das Glaubenssystem (die Weltsicht) durch Suggestion bzw. Selbsthypnose ändern

Es verwirklicht sich als Erfahrung das, woran man glaubt - was man für wahr hält.

Möchte man also seine Erfahrung ändern, muss man sein Glaubenssystem ändern.

Heute weiß ich, dass das Verhalten das Verbindungsglied zwischen Idee und Erfahrung ist:

  1. Indem man sich entsprechend der neuen Idee verhält, beginnt sich diese als neue Erfahrung zu verwirklichen.
  2. Und indem man sein Verhalten nicht mehr nach der alten Idee richtet, wird die alte Erfahrung vorüberziehen und verschwinden.

Als ich diesen Zusammenhang noch nicht kannte, nahm ich an, ich müsste mein Glaubenssystem durch Suggestion (Selbsthypnose) ändern:

Man sagt die neue positive Idee immer wieder im Geiste vor sich her, während man sich vorstellt, wie sie sich verwirklicht. Dadurch glaubt man sie irgendwann, wie etwas, das einem Menschen immer wieder gesagt oder eingeredet wird oder wie etwas, das ihm unter Hypnose gesagt wird.

Heute nenne ich diese Art des Handelns Hokuspokus-Handeln. Anstatt ganz direkt das zu tun, was unmittelbar die gewünschte Wirkung erzielt, tut man indirekt etwas anderes, wovon man sich die gewünschte Wirkung erhofft. Es ist wie mit einem Zaubertrank oder einem Zauberspruch - eben Hokuspokus. Man tut etwas, das mit der gewünschten Wirkung direkt nichts zu tun hat, wovon man sich aber dennoch eine Wirkung verspricht.

Das Gegenteil von Hokuspokus-Handeln nenne ich relevantes Handeln: Man tut etwas, wovon unmittelbar klar ist, dass es die gewünschte Wirkung auf ganz direktem Wege hervorbringt.

Hokuspokus-Handeln hat die Tendenz, das relevante Handeln zu verdrängen bzw. ganz abzulösen. Das ist ein grundsätzlicher Nachteil an allen Methoden dieser Art. Man setzt sie ein, weil es irgendwie einfacher erscheint oder weil man zum direkten, relevanten Handeln nicht den Mut hat.

Es gibt aber etwas, das Suggestion und Selbsthypnose sehr ähnlich ist und das relevantes Handeln darstellt. Wir werden jetzt den wahren Kern der Methode retten.

Suggestion beruht ja auf Sprache und darauf, bestimmte Ideen, vor sich hin zu sagen.

Was wäre denn in sprachlicher Hinsicht ein Verhalten, das sich nach der neuen Idee richtet?

Oder anders gefragt:

Wie würde man sich in sprachlicher Hinsicht verhalten, wenn die neue Idee bereits als erwünschte Erfahrung verwirklicht wäre?

Man würde darüber erzählen: sich selbst und anderen gegenüber.

"Sich selbst gegenüber?"

Ja. Man würde zum Beispiel abends im Bett liegen und für sich selbst feststellen: "Das war aber ein wirklich wundervoller Tag heute." Und dann würde man sich darüber freuen.

Wie ist das aber, wenn die Erfahrung noch nicht verwirklicht ist?

Man liegt also abends im Bett und sagt vor sich hin "Das war ein wunderschöner Tag heute". Freude kommt aber nicht auf, sondern eine ganze Reihe negativer Gefühle.

Dagegen ist nichts einzuwenden, solange man diese Gefühle nach oben kommen lässt. Ich weiß aber ehrlich gesagt nicht, ob das tatsächlich eine Wirkung hat, wenn eine Erfahrung noch gar nicht verwirklicht ist.

Aber:

Es gibt einen Übergangsbereich, in dem sich Sprache sehr wirkungsvoll einsetzen lässt, um tatsächlich die Verwirklichung von bestimmten Erfahrungen voranzutreiben - einen Übergangsbereich, in dem die Erfahrung schon zum Teil verwirklicht ist.

Wenn es Tage gibt, die ein bisschen schon schön sind - um mal bei diesem Beispiel zu bleiben - oder wenn zumindest schon ab und zu ein schöner Tag dabei ist: Dann lässt sich durch betontes inneres Feststellen "Das war aber ein schöner Tag" auf den bereits verwirklichten Anteil der neuen Idee reagieren.

In dieser Übergangsphase nämlich werden die Anzeichen von Verwirklichung einer neuen, gewünschten Erfahrung leicht übersehen.

Ich persönlich glaube nicht, dass das stupide Wiederholen von Suggestionen etwas bringt. Ein Mal reicht. Man trifft innerlich die Feststellung, öffnet sich den Gefühlen - ob nun positiv oder negativ - und dabei belässt man es dann aber auch.

Es ist auch davon abzuraten, solche Feststellungen nun betont nachdrücklich oder suggestiv zu treffen. All das - viele Wiederholungen und besonderer Nachdruck - sind nämlich Kennzeichen eines negativen Antriebs, der sich vor allem daraus motiviert, dass man nicht an eine Verwirklichung der neuen Idee glaubt.

In jener Übergangsphase kann man übrigens auch die Erfahrung machen, dass Feststellungen dieser Art ganz spontan sehr positive Gefühle auslösen.

Wie ist das nun mit dem Einsatz der Sprache anderen Menschen gegenüber?

Wenn bestimmte Erfahrungen verwirklicht sind, dann erzählt man anderen darüber. Einem anderen Menschen etwas zu erzählen, das man erlebt hat, ist eine Reaktion auf die entsprechende Erfahrung.

Was jetzt kommt ist ein sehr wirksamer Hinweis. Es ist aber eigentlich keine Methode - auch wenn es so aussieht - es ist relevantes Handeln in allerhöchstem Maße.

Ich betone das extra, weil dieser Hinweis, der jetzt gleich kommt, sich so am Ende dieses Buches versteckt und auch noch nach dem Kapitel "Irrtümer und Irrwege".

Andererseits sollte es schon auch einen guten Grund geben, dieses Buch ganz zu Ende zu lesen. Und hier kommt er:

Man spricht über die Erfahrungen, deren weitere und stärkere Verwirklichung man sich wünscht und man spricht nicht über solche Erfahrungen, die man lieber nicht mehr in seinem Leben hätte.

Hier geht es jetzt nicht darum, anderen Menschen wichtige Informationen nicht zu geben. Sondern hier geht es um den Bereich, wo man einfach einander irgendwelche Sachen erzählt, weil man sich eben unterhält.

"Aber das ist doch nicht ehrlich! Und außerdem ist es positives Denken"

Stimmt weder noch. Etwas zu erzählen ist eine Handlung. Man reagiert damit auf bestimmte Ideen - nämlich die Ideen hinter der Erfahrung. Und wenn man seine Erfahrungen ein bisschen mitgestalten möchte, dann wählt man besser aus, auf welche Ideen man reagiert.

Und wer hier ein Problem mit der Ehrlichkeit hat, der vergegenwärtige sich am besten einmal, wie er selbst sich fühlt, wenn andere Menschen ihm mal wieder ihre negativen Erfahrungen reingedrückt haben.

Es ist natürlich unter Umständen nicht ganz einfach, damit aufzuhören, die ganzen negativen Erfahrungen breitzutreten, weil man nämlich genau in dem Moment, wo man der Versuchung widersteht, mit einem Gefühl konfrontiert wird, das sonst durch die Erzählungen kompensiert wird. Sich diesem Gefühl zu stellen und zu öffnen - das ist hier die Empfehlung.

nächstes Kapitel: Vorstellungen (Geistige Methoden)